Gedanken zum Internet Explorer
Hab ich irgendwo schon mal geschrieben, dass ich kein Microsoft-Hasser bin? Hab ich?
Ich glaube, jetzt wäre es mal an der Zeit, ein paar Dinge klarzustellen.
1. Der Internet Explorer (im Folgenden IE genannt) mag offensichtlich kein UTF-8. Zumindest kennt er zB das da: € nicht. Wenn jetzt mit irgendeinem Browser außer dem IE auch ein Kästchen erscheinen sollte, nehme ich alles zurück. Bei dem Zeichen handelt es sich um den Euro. Im heutigen Europa neuerdings angeblich recht wichtig, oder so.
2. Der IE hat enorme Probleme mit Rand. Also padding und margin und wie sie alle heißen mögen. Da kann’s dann schon mal passieren, dass plötzlich dort, wo ein guter Browser alles toll anzeigt, Stufen drinnen sind. Doppelte Abstände. Verrutschte Bilder. Kein Problem, dann muss man halt alles so verschieben, dass es wieder gut auschaut. Nur sollte man (ganz wichtig) unter die Seite eventuell „Totally optimized for IE“ kleben, weil’s dann in wirklich keinem anderen Browser mehr schön anzusehen ist.
3. Aber die Misere geht weiter. Es gibt so einen echt geilen Tag namens ABBR. Abkürzung auf deutsch. Wenn ich also etwas in diesen Tag schreibe, dann irgnoriert der IE die Tatsache, dass er den Text unterstreichen sollte, den Mauszeiger ändern und bei Draufzeigen mit der Maus zusätzliche Infos dem Leser anzeigen sollte. Das kann man wunderbar als Werkzeug verwenden, um ironische, blödsinnige oder sonstige Anmerkungen an den Mann oder die Frau zu bringen.
Bei all diesen Problemen handelt es sich um schon ältere, nicht eingehaltene Standards.
Fazit: Wer mit dem IE surft, der verpasst auf dieser Seite den wichtigsten Teil.




30. October 2005 um 10:10
Hmmm, gut das Meinung dazu da sind, das sie sich nicht zwangsläufig mit denen anderer decken müssen, daher hier mein Statement zu deinem kleine Anti-IE Bericht.
Einer Statistik zufolge nutzen weit mehr als 90% aller Surfer den IE, code ich jetzt aber meine Seite so, das sie von Firefox, Opera & Co richtig angezeigt werden, muss ich mich zwangsläufig bei allen IE Usern entschuldigen. Entschuldigen dafür, das mir ein paar wenige User wichtiger sind als die Mehrheit.
Warum wird eigentlich immer der IE als Querolant dargestellt? Wer hatte denn als erster die meisten User? Wieso müssen alle versuchen andere Standarts zu schaffen? Das ist doch nur eine Sturkopfigkeit der anderen, um zumindest eine kleine Schar an Usern an den eigenen Browser zu binden.
Man muss Bill und seine Produkte nicht mögen, aber deswegen zum, heiligen Krieg gegen den IE aufzurufen, wie es auf vielen Firefox & Co optimierten Seiten geschieht, finde ich persönlich weit überzogen.
Und zum Schluss noch ein wenig zum Thema „… aber der IE ist voller Bugs und Sicherheitslöcher …“
- ja das stimmt, dort wo viele Menschen dran arbeiten entstehen auch viele Fehler, wenn Firefox, Opera oder wie auch immer in den Dimensionen arbeiten muss, weil man mehrer Millionen User zufrieden stellen will, werden sich auch dort MEHR Fehler einschleichen.
- Dank der steigenden Userzahl des so SICHEREN Firefox, werden nun auch dort die User aktiv, denen es um das AUFZEIGEN von Sicherheitslöchern geht. Aber machen die das wirklich aus Nächstenliebe? Oder doch eher, weil mit zunehmender FF User Zahl auch die Zahl der potenziellen Opfer steigt?
Achja, in meiner ganzen Zeit im Netz habe ich bereits mehrer Browser getestet und ich bin für meinen Teil, immer wieder beim IE gelandet.
Unter anderem Netscape Communicator, Opera und irgendein No-Name Freeware Script.
Ich wünsche allen Usern des Netzes viel Spass und wer seine Lieblingsseite hat, wird sicher auch den dafür richtigen Browser verwenden.
Viele Grüße
Dirk
30. October 2005 um 14:05
Wenn ich zu den unglaublich idiotischen Benutzern, welche zum (Zitat:) „heiligen Krieg gegen den IE“ aufrufen, zählte, dann hätte ich deinen Kommentar hier gelöscht. Soviel mal dazu, gell.
Weiters ein paar Klarstellungen. ZB zu „Wer hatte denn als erster die meisten User?“. Wenn man mit derartigen Entwicklungen argumentieren will, dann sollte man zumindest die Fakten kennen.
Der erste Monopolbrowser hieß Netscape irgendwas, würfelte die Internetstandards gehörig durcheinander (Stichwort Frames) und wurde vom IE nur deshalb abgelöst, weil Microsoft den IE 1. ins BS integrierte und 2. irgendwann eine recht benützbare Version davon entwickelte.
Das hat jetzt primär gar nichst mit gutem Browser zu tun, aber MS hatte unter anderem die geniale Idee den IE zwingend mit dem BS zu verzahnen, was sich ja wie von dir rewähnt in den Benutzerzahlen auswirkte.
Wenn eine Firma jedoch eine derart hohe Verantwortung übernimmt, dann sollte sie dieser auch gerecht werden. Tut MS aber nicht. Eben zB bei der Einhaltung von Standards. Autohersteller spielen ihren Steuereinheiten extra Software ein, die dafür sorgt, dass in ganz Europa die Normen eingehalten werden, MS weigert sich, einfachste Normen korrekt zu implementieren (vielleicht ändert sich das mit dem IE7).
Wenn man Seiten designt (nicht „coded“, bitte, bitte nicht), kann man durchaus erwarten, dass man, wenn man wirklich alle Standards einhält, am Schluss eine Seite bekommt, die im FF und in Opera perfekt funktioniert und aussieht. An diesem Punkt setzen sich dann „moderne“ Webdesigner (Stichwort CSS) nochmal von vorne mit dem Code auseinander und müssen mit diversesten Hacks und Tricks (das Stylesheet von „Das Schandblatt“ ist voll davon) Attribute vor dem IE verstecken, da dieser sonst in den Quirks Modus „umschaltet“ und gar nichts korrekt darstellt.
Daher spricht man heutzutage nicht mehr vom Optimieren für den Firefox (wie das die IE Jünger so gerne behaupten), sondern eher von IE-spezifischen Hacks.
Abgesehen von solchen Kleinigkeiten, benütze ich den FF, weil ich damit mit wenigen Klicks zwischen verschiedenen Betriebssystemen immer gleiche Einstellungen, Bookmarks usw habe und weil ich auf diverseste Erweiterungen (Customize Google, dazu schreibe ich heute noch einen Artikel, vielleicht) einfach nicht mehr verzichten will.
MS hat auf keinen Fall das Recht, Standards ganz alleine zu schaffen. Denk doch mal an PSP-Surfer, Handheld Besitzer, usw. Wenn MS ganz alleine die Standards diktieren würde, dann müssten alle horrende Lizenzgebühren zahlen. Dann würden so EULAs wie die zu Frontpage (man darf laut Lizenzabkommen zu Frontpage mit diesem Programm keine MS-kritischen Seiten erstellen) tatsächlich Gültigkeit besitzen. Denk doch nur mal an eine derartige geistige Armut, pfui grauslich ist sowas….
Ach ja, freut mich, dass du dir die Mühe machst, deine Gedanken niederzuschreiben. Derart höfliche und ordentliche Diskussionen zur eigenen Meinung finde ich immer sehr spannend. Also nur weiter so.